Gehirnstudien zu Long Covid

Studie: Kein Hirnschaden bei Long Covid – vermutlich Psychosomatik

Eine neue Studie der Uniklinik Essen widerlegt Karl Lauterbachs immer wirreren Aussagen zu Long Covid. Die Forscher konnten bei fast keinem Patienten mit überstandener Corona-Infektion und anhaltender Long Covid-Symptomatik einen Hirnschaden feststellen und vermuten stattdessen eine psychosomatische Verursachung.

Der SPD-Bundesgesundheitsminister gilt inzwischen auch in den Leitmedien und unter Politik-Kollegen für seine Dauerwarnungen vor der geheimnissvollen Symtomatik „Long Covid“ als reichlich umstritten. So kommentiert die „B.Z.“ aus Berlin einen Tweet Lauterbachs von Ende August als „nächste Panik-Offensive“: „Weiter Angst schüren, weiter scharfe Regeln fordern.“ Lauterbach übertreibe den erwähnten Artikel alarmistisch derart, „dass es nach möglichst großer Gefahr klingt“.

Studie widerspricht Hirnschaden-Theorie bei Long Covid

Die wissenschaftliche Studie der Uniklinik Essen kam derweil auf ganz andere Ergebnisse. Die 171 Studienteilnehmer mit Long Covid-Symptomatik wurden vollständig neurologisch und physiologisch untersucht. Jeder dritte Teilnehmer war weiblich, 64,9 Prozent hatten einen mittelschweren Covid-Krankheitsverlauf, 34,5 Prozent einen leichten und nur 0,6 Prozent eine schwere Erkrankung. Medizinische Behandlung benötigten nur 6 Prozent. Zu den Beschwerden zählten unter anderem sehr unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, verschiedene psychiatrische Symptome mit Müdigkeit sowie Erschöpfungs- und Konzentrationsprobleme.

Ergebnis: Die Forscher fanden bei der Mehrheit der Untersuchten (86 Prozent) keinen neurologisch pathologischen Befund, die meisten Patienten waren dahingehend unauffällig. Und die wenigen auffälligen Befunden waren nicht dem Post-Covid-Syndrom, sondern sonstigen ausgeprägten neurologischen Erkrankungen zuzuordnen. Die Wissenschaftler schlussfolgern daher: „Das Nervensystem ist bei Patienten mit Post-COVID-19-Syndrom selten betroffen.“ Stattdessen sollen psychosomatische Faktoren zur Pathogenese des Post-COVID-19-Syndroms beitragen.

Laut der Studie gingen psychiatrische Begleiterkrankungen mit einem hohen Maß an Somatisierung einher. Das heißt, Menschen mit psychiatrischer Vorerkrankung könnten körperliche Symptomatiken möglicherweise psychosomatisch stärker wahrnehmen. Dafür spricht laut den Forschern auch, dass Teilnehmer mit psychischer Erkrankung wie Depressionen oder Angststörungen am häufigsten von starker Erschöpfung berichteten. Die Neurologen fordern daher, zukünftige Forschung solle auch stärker psychosomatische Faktoren als mögliche Auslöser berücksichtigen.

Lauterbach macht Welle

Wenn das so ist – warum warnt Karl Lauterbach dennoch immer weiter vor Long Covid und macht so eine Welle um „die nächste Welle“? Verfolgt der Bundesgesundheitsminister sogar politische Absichten? Der Direktor der Neurologie an der Uniklinik Essen, Professor Christoph Kleinschnitz, äußerte sich jedenfalls gegenüber der „BILD“: „Die Folgen der Erkrankung werden für politische Zwecke dramatisiert. Das Problem: Je mehr über Landzeitschäden geredet wird, desto häufiger tauchen sie auch auf.“ Er schlussfolgerte: „Long Covid hat viel mehr mit der Psyche zu tun, als mit dem Virus.“

Zuletzt machten sich sogar die ARD-Anstalten über Lauterbachs „missionarischen Eifer“ lustig, obwohl sie bisher eher unkritisch berichteten. In der Satire-Sendung „extra3“ sagte Moderator Christian Ehring am 20. August über den SPD-Minister: „Er wird immer mehr zum Nerd, zum Einzelgänger, er weiß alles besser, er treibt die Stiko mit eigenen Impfempfehlungen schier in den Wahnsinn.“

Zuletzt fiel auch der Beliebtheitswert des „Corona-Ministers“ von Platz sieben auf Platz zehn noch hinter Kanzler Olaf Scholz. Dabei galt Lauterbach im Januar in den Umfragen noch als der beliebteste Politiker. Er hat offenbar inzwischen mit seinen ständigen Übertreibungen viele Sympathien verloren.

Symbolbild: Gerd Altmann/ Pixabay.


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