Die Bibel gehört zu den ältesten Texten der Welt und konstituierte die westliche Zivilisation.

Eine verkehrte Welt geradebiegen – Bibel widerstreitet Humanismus

Was hat die alte Bibel der modernen Gesellschaft noch zu sagen? Die Autorin Monika Hausammann stellt in ihrem neuem Sachbuch das Buch der Bücher gegen den Zeitgeist – und kommt zu erstaunlichen Schlüssen. Eine Rezension von Christian Albrecht.

Symbolbild: StockSnap from Pixabay

„Eine Ansage“ macht die christliche Autorin und Journalistin Monika Hausammann in ihrem ersten Sachbuch „Die Große Verkehrung. Dem Humanismus mit biblischen Denken begegnen“ (Fontis 2022). Und was für eine Ansage! Hausammann konfrontiert den modernen humanistischen Zeitgeist mit christlich-biblischen Denken. Denn die Bibel werde vom Zeitgeist „nach allen Regeln der Kunst bekämpft“.

Ihre (Kampf?)Ansage formuliert die in Frankreich lebende Autorin deutlich, klar, programmatisch und unmissverständlich: Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung lehre die Bibel eine göttliche Befreiungsgeschichte, „die für die Tyrannen der Buntheit, der Inklusion, der Gerechtigkeit und der Toleranz eine Gefahr darstelle“. (S. 17) Passend zum Thema veröffentlicht das Buch der christliche Fontis Verlag, laut Selbstbeschreibung „eine innovative christliche Contentschmiede“ mit Sitz in Deutschland und der Schweiz.

Die christliche Autorin und  Journalistin Monika Hausammann
Monika Hausammann. Foto: Michel v. TellMonika Hausammann PortraitCC BY 2.0

Der moderne Humanismus führt zur großen Verkehrung

Laut der Autorin befindet sich die Gesellschaft mitten in einer „Großen Verkehrung“; die Ordnungen der Bibel als „ältestes und bewährtestes Regelwerk menschlichen Zusammenlebens“ rissen die von Hausammann als „Meinungsindustrie“ bezeichnete Politik und Medien ein. Es komme zu einer Relativierung, Umkehrung und Auflösung biblischer Ordnungen der Zehn Geboten und der Schöpfungsordnungen wie Ehe und Geschlecht. Doch statt der versprochenen neuen Freiheit entstehe dadurch nur Unordnung, Chaos und totalitäres Denken.

Hausammann sagt: Der humanistische Ruf „Erschaffe dich selbst!“ (auch dein Geschlecht!) erschalle gleichermaßen durch Schulen, Universitäten, Redaktionsräume, Fraktionszimmer, Kulturbetriebe und Medien. Für Hausammann ist der Mensch laut Bibel eben gerade kein moralisch neutrales, „leeres Gefäß“, dass es irgendwie zu füllen gelte; sondern das Menschsein mache sich ganz zentral von seinem Bezug zum Schöpfer und seiner Gottesebenbildlichkeit aus. Der Mensch existiere immer vor Gott, ob im Glauben oder im Unglauben. „In diesem ‚Vor Gott gestellt sein‘ und diesem ‚Erkannt und gesehen sein vor Gott‘ findet sein Leben statt. Entweder gebunden an die Welt, ihre Mächte und seine eigenen Triebe – oder befreit davon und an Gott gebunden.“ (S. 43)

Aber übertreibt die Schweizerin mit ihrer Gesellschaftsanalyse nicht? Wohl nicht: Erst Anfang Juni warfen mehr als einhundert Naturwissenschaftler in einem Offenen Brief dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk beim Thema „Trans“-Geschlechtlichkeit eine wissenschaftsfeindliche, ideologische Falschberichterstattung vor. Sie fordern „eine faktenbasierte Darstellung biologischer Sachverhalte nach dem Stand von Forschung und Wissenschaft“ und ein sofortiges Umsteuern von ARD und ZDF. Die „Meinungsindustrie“ (Hausammann) verstoße den Vorwürfen zufolge eklatant gegen journalistische Grundsätze wie Neutralität, Unparteilichkeit und Faktizität. Dagegen komme es zu einer „tendenziösen Berichterstattung, Begriffsverwirrung und Bedeutungsverschiebung“, die Trans-Lobbygruppen unhinterfragt Gehör verschaffe.

Erfrischend traditionelle biblische Sichtweise

Monika Hausammann tritt mit ihrer biblischen Analyse des Zeitgeistes in die Fußstapfen des bedeutenden christlichen Theologen und Philosophen Francis Schaeffer („Wie können wir denn leben? Aufstieg und Niedergang der westlichen Kultur“, 1977) und eines der führenden christlichen Intellektuellen Indiens, Vishal Mangalwadi („Das Buch der Mitte. Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur“, 2011).

Ihr Buch überzeugt mit einer erfrischend traditionellen Sicht auf den Menschen, seiner Freiheit und Würde und den uralten biblischen Konflikt mit dem Zeitgeist. So sagt ein Sprichwort: „Die Bibel ist nicht dafür da, dass wir sie kritisieren. Die Bibel ist dafür da, dass sie uns kritisiert.“ Man muss Hausammanns Sicht nicht teilen. Aber sie fordert ihre Leser gedanklich heraus, über den geistlichen Tellerrand zu blicken. Und dabei womöglich dem Gott der Bibel zu begegnen.

Monika Hausammann, „Die Große Verkehrung. Dem Humanismus mit biblischen Denken begegnen. Eine Ansage“, Fontis Verlag 2022. 144 Seiten. Gebundenes Buch, 15 Euro. Beim Fontis-Verlag zu bestellen.


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