Professor Stöcker und Professor Birkenmeier im Gespräch mit TV Berlin

PEI gegen Stöcker – „Mit meinem Impfstoff hätten wir Deutschland coronafrei bekommen“

Screenshot: Youtube / TV.Berlin – Der Hauptstadtsender

Impfstoffe gegen das Coronavirus sind wichtig, um das Coronavirus zurückzudrängen. Davon ist Professor Winfried Stöcker überzeugt. Der deutsche Mediziner und Unternehmensgründer von Euroimmun entwickelte 2020 deswegen einen eigenen klassischen Proteinimpfstoff. Im Interview zusammen mit Professor Gerd Birkenmeier sprach er vergangene Woche im Interview mit TV Berlin über sein Vakzin und die Auseinandersetzung mit dem Paul-Ehrlich-Institut.

Lübeck – Bei einer Impfaktion Ende November am Lübecker Flughafen verimpften Ärzte an etwa 50 Personen Stöckers nicht zugelassenen Impfstoff. Die Polizei schritt ein und unterband die Impfaktion. Stöcker erhielt daraufhin eine Anzeige wegen dem Verdacht, gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen zu haben. Laut Stöcker war die Polizeiaktion illegal. Er meint, Ärzte dürften dem Recht nach Patienten Impfstoffe mischen und verabreichen.

Für die Impfaktion seien Impfwillige von weit her gekommen und hätten sich „sehnlichst gewünscht, diese Impfung zu bekommen“. Stöcker bereut den Abbruch der Impfaktion: „Es tut mir furchtbar leid, dass man diese Impfung nicht verabreicht hat, weil der Staat es verhindert hat.“ Der Mediziner hält seinen Impfstoff für die beste Impfung, die man sich vorstellen kann gegen Corona. Wie Stöcker sagte, wurden bisher rund 40.000 Personen damit geimpft. „Wir konnten da zeigen, dass wir sehr erfolgreich sind. Schadensfrei und mit vielen Antikörpern.“

Professor Gerd Birkenmeier vom Institut für Biochemie an der Universität Leipzig plädierte gegenüber TV Berlin ebenfalls für klassische Proteinimpfstoffe wie den Stöckers: Sie seien im Gegensatz zur neuartigen mRNA-Technik „der normalste und natürlichste Weg“ für eine Immunisierung. Mit Proteinimpfstoffen treten laut Birkenmeier auch die geringsten Risiken auf.

Anfang Dezember teilte Stöcker dann jedoch mit, er wolle seine Aktivitäten vorerst einzustellen. Er empfiehlt nun stattdessen eine Impfung mit den neuartigen mRNA-Impfstoffen. Stöcker sagte TV Berlin dazu: „Ich bin garantiert nicht umgefallen. Sondern ich habe erkannt, dass im Moment die Not so groß ist, dass man nicht auf einen Impfstoff warten kann, dessen Zulassung noch in weiter Ferne steht. Zur Zeit sollten sich alle Erwachsenen sich mit den zugelassenen Impfstoffen impfen lassen, damit die schwere Pandemie ein Ende nimmt.“ Er wolle sich nicht schuldig machen, wenn die Leute auf seinen Impfstoff warten und sich dann trotz geplanter Impfpflicht überhaupt nicht impfen lassen.

Stöcker im Konflikt mit dem Paul-Ehrlich-Institut

Dem Paul-Ehrlich-Institut wirft der Mediziner vor, ihm bei der Entwicklung seines Impfstoffes nicht unterstützt zu haben. Stöcker zufolge hat das Institut, das für die Zulassungen von Impfstoffen zuständig ist, ihn nach seiner Anfrage von November 2020 bis Januar 2021 warten lassen.

Das PEI indes teilte Zeitkommentare mit, es habe nach Stöckers Kontaktaufnahme Anfang September sofort telefonisch eine wissenschaftliche und regulatorische Beratung angeboten. Stöcker habe das Angebot aber nicht angenommen. Nach Angaben des PEI bestand dieses erste telefonische Gespräch aus dem Hinweis, der Mediziner habe durch seine nicht genehmigten vier ersten Impfungen von Familienangehörigen möglicherweise eine Straftat begangen. Der Lübecker Professor „war also seitens des Paul-Ehrlich-Instituts über mögliche Konsequenzen seines Handelns unmittelbar informiert worden“. Auch ein zweites Angebot Anfang Januar 2021, sein Konzept im Rahmen eines strukturierten Beratungsgesprächs zu präsentieren, hat Stöcker laut PEI abgelehnt. Stöcker dagegen sagte TV Berlin, das Institut habe ihm nicht die erwünschte Unterstützung angeboten, sondern ihn stattdessen für seinen Impfstoff angezeigt.

Ein coronafreies Deutschland

Professor Birkenmeier unterstützte im Gespräch mit TV Berlin den Weg Stöckers: „Tolle Sache, dass ein Wissenschaftler Courage hat, mal einen anderen Weg zu gehen.“ Für Stöcker ist es eine „große Schande“, dass jetzt so viele Menschen an Corona sterben müssen. „Ich glaube, wenn wir den Impfstoff, den wir entwickelt haben, eingesetzt hätten, dann hätten wir Deutschland coronafrei bekommen.“ Die Behörden hielten sich jedoch für so wichtig, gewisse politische Maßnahmen in den Vordergrund zu stellen „anstelle einer so einfachen Impfung, wie ich sie vorgeschlagen habe“.

Nun hofft Stöcker auf den neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er möchte Lauterbach davon überzeugen, sich für die Zulassung seines Impfstoffs einzusetzen.

In Deutschland ist bislang etwa jeder fünfte Erwachsene nicht geimpft, da viele den neuartigen mRNA-Impfungen nicht vertrauen. Mehreren Umfragen zufolge würden sich aber viele dieser Menschen mit klassischen Impfstoffen wie den Stöckers behandeln lassen. Das PEI teilt mit, dass sich weltweit bereits ähnliche Impfstoffe in der Prüfungs- und Zulassungsphase befinden.




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