Der Journalist und Autor Peter Hahne.

Peter Hahne: Politiker und Journalisten leben in einer Parallelgesellschaft

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Maischberger – 2017-12-13-5750CC BY-SA 4.0

Berlin – Kritik an Politik und Journalismusbetrieb äußerte der ehemalige ZDF „Heute“- Moderator, spätere Bild-Kolumnist und Autor für das evangelische Nachrichtenmagazin IDEA, Peter Hahne. In einem Gespräch mit dem Journalisten Boris Reitschuster vergangene Woche sagte der 69-Jährige: „Die meisten Journalisten und Politiker leben nicht mehr in der normalen Welt, sondern in einer Parallelgesellschaft.“ So schickten viele ihre Kinder zum Beispiel nicht an Brennpunktschulen, sondern auf Internate. Hahne zufolge kriegen Politiker nicht mehr mit, wie Menschen unter den Corona-Maßnamen litten.

Hahne, der 20 Jahre lang Mitglied der Bundespressekonferenz (Berlin) war, äußerte sich kritisch, dass viele Journalisten die Welt nur noch vor dem Bildschirm betrachteten und nicht mehr selbst raus gingen, um dabei zu sein. „Ältere Kollegen schlagen darüber die Hände über den Kopf.“

Bezüglich der Corona-Berichterstattung bemängelt Hahne die Pressewelt, die Wahrheit nach ihren eigenen Auffassungen definiere: „Wenn ich in der TAZ oder FAZ gesagt hätte: Zwei plus zwei ist vier, dann wäre es die Wahrheit. Wenn ich das bei Ihnen (d.h. Reitschuster, d. Redaktion) sage, dann heißt es: Er ist ein Verschwörungstheoretiker und Rassist.“

Reitschuster, der regelmäßig aus der Bundespressekonferenz in Berlin berichtet und sich durch seine kritischen Fragen an Politiker und Regierungssprecher bei vielen Kollegen unbeliebt machte, stimmt Hahne zu. Bezüglich der Corona-Berichterstattung sagt Reitschuster: „Ich habe den Eindruck, die Kollegen von der Bundespressekonferenz sind völlig überzeugt, sie lassen keinen Zweifel zu. Kollegen sagen schon über mich: Der ist ja auf die Seiten des Bösen gewechselt. Dieses schwarz-weiß Denken. Und ich glaube, viele fühlen sich aufrichtig als Weltretter.“

Auch linke Politiker und Journalisten kritisieren die Corona-Politik

Die politische und mediale Darstellung von Kritikern der Corona-Politik als „rechts“ ist für Peter Hahne falsch. Auch Linke wie die Politiker Oskar Lafontaine, Sarah Wagenknecht (beide Linkspartei) und der Journalist Heribert Prantl kritisierten den Regierungskurs. Hahne fragt: „Sind das jetzt alles Nazis?“ So zitiert Hahne den linken Kolumnisten der Süddeutschen Zeitung Prantl mit den Worten: „Er sagt: Journalismus ist nicht dazu da, unkritisch etwas hinzunehmen unter dem Deckmantel der Volksgesundheit. Er sagt ganz klar, wir nehmen als Journalisten zur Zeit unseren Auftrag nicht wahr.“

Die regelmäßig tagenden Bundespressekonferenzen machten dagegen nur „Spaß“ wegen Boris Reitschuster, da er im Gegensatz zu anderen Journalisten die Politiker und Regierungssprecher mit seinen kritischen Fragen oft in Verlegenheit bringe.

Corona als Glaubensfrage und Religion

Hahne hinterfragt auch die staatlichen Corona-Maßnahmen. Bei Corona werde die Volksgesundheit politisch instrumentalisiert. Die Maßnahmen hält er für schädlich: „Das Löschen darf nicht teurer sein als der Brand. Das ist so, als würde hier ein Zimmer brennen, die Feuerwehr kommt zum Löschen, und am Schluss ist das ganze Haus wegen Wasserschaden kaputt. Wir werden erleben, dass die schlimmsten Verschwörungstheorien von der Realität eingeholt werden.“ Der gestandene frühere ZDF-Moderator und Journaist bezieht sich dabei auf Betrug und Korruption, Krankenhäuser, die falsch abrechneten, Testzentren, die überall entstünden sowie „Fake News in den amtlichen Unterlagen zur Intensivbettenzahl“.

So sei in Berlin ein großes Intensivlager aufgebaut worden, das nie genutzt worden sei und wieder abgebaut wurde und jetzt in der Statistik fehle. „Also denkt der Bürger, es findet ein Massensterben statt und die Leichen liegen bald auf den Straßen.“ Reitschuster gibt ihm Recht: „Das ist die Empfindung bei vielen Leuten, panische Angst und das Gefühl, es ist ein Massensterben. Aber die Zahlen geben das nicht her.“ Hahne sagt, viele solcher Fakten würden nicht beachtet und Corona sei daher zur „Glaubensfrage“ und „Religion“ geworden. „Die nächste Religion ist dann das Klima.“

Peter Hahnes neues Buch „Nicht auf unsere Kosten“ erschien Ende Oktober und ist für 10 Euro im Buchhandel zu beziehen. Das Buch wurde nach kurzer Zeit Spiegel-Bestseller.


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