Der Journalist Boris Reitschuster in einem Youtubevideo seines Kanals..

„Sie unterstützten diese Querdenker“: Gewaltandrohung gegen Journalist Reitschuster

Die Situation zwischen Coronamaßnahmen- und Impfbefürwortern auf der einen sowie Maßnahmen- und Impfkritikern auf der anderen Seite wird angespannter. Das drückt sich inzwischen auch in Androhung von Gewalt und tätlichen Übergriffen gegen Journalisten wie Boris Reitschuster aus.

Reitschuster berichtet nun in den sozialen Medien in einem Posting darüber. Auf seinem Nachrichtenblog schreibt er schon früh zu Beginn der Coronakrise kritisch über die politischen Corona-Maßnahmen und vermeintlich einseitige mediale Berichterstattung. Eine namentlich nicht genannte Person habe ihm deswegen gedroht:

„Sie sollten mal ihre Schwurbelei Berichterstattung überdenken. Sollte ich Sie in Deutschland mal irgendwann sehen, dann lernen Sie mich mal kennen. Danach werden Sie nicht mehr in der Lage sein Berichte zu schreiben. […] Jedenfalls wird es nicht mehr lange, dauern dann ist auch Ihre Schwurbelei vorbei, wenn man Sie ordentlich vermöbelt hat und Sie nur noch im Rollstuhl sitzen. Ich wünsche [Ihnen] alles Schlechte der Welt und dass Sie endlich sterben.“ (Rechtschreibfehler korrigiert)

In seinem Posting kommentiert Reitschuster diesen Angriff:

„Mir tun diejenigen aufrichtig leid, die Hass und Hetze betreiben. Was sie dazu treibt, sind m.E. Verletztheit, Angst und Unsicherheit. Oft tief verdrängt. Ich sehe sie als Opfer. Und ich möchte sie einfach heute mal alle herzlich umarmen. Ich wünsche ihnen von ganzen Herzen, in sich Ruhe zu finden!“

Ende August mit einem Blumentopf beworfen

Bereits Ende August berichtete Reitschuster von einem tätlichen Übergriff auf seine Person. Demnach habe ein Anwohner im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg „ganz gezielt, und mit voller Wucht“ aus dem ersten Stock eines Hauses einen Blumentopf nach ihm geworfen, der nur zwanzig Zentimeter an seinem Kopf vorbeigegangen sei. Reitschuster in seinem Email-Wochenbriefing: „Ich bin überzeugt: Die Aggressoren, die mich offensichtlich erkannt hatten, halten sich selbst für die ‚Guten‘. Für tolerant, weltoffen und bunt. Zumindest hatten sie ihren Balkon mit einem Regenbogen-Emblem dekoriert.“ Eine Anzeige wegen Körperverletzung bei der Berliner Polizei lief ins Nichts.

Reitschuster berichtet seit Anfang der Krise aus der Bundespressekonferenz und steht für seine kritische Berichterstattung zur Corona-Situation bei vielen Medien in der Kritik. Die Zugriffe auf seine Nachrichten-Seite hingegen wuchsen seit 2020 rasant und seinen Youtube-Kanal abonnieren inzwischen rund 340.000 Menschen. Für das Nachrichtenmagazin „Focus“ arbeitete der Journalist 15 Jahre als Russland-Korrespondent in Moskau. Er schreibt über sich selbst: „In 16 Jahren als Korrespondent in Moskau allergisch geworden gegen Ideologen, Sozialismus-Nostalgiker und Journalisten-Kollegen, die die Regierung loben.“

Impfkritiker bedrohen Spiegel-Kolumnist

Gewaltandrohungen kommen ebenso von Seiten der Impfkritiker. So berichtet der Spiegel-Kolumnist und Kognitionspsychologe an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Christian Stöcker, von Drohungen gegen ihn durch Impfkritiker, die sich über seine Kolumnen aufregen. Er zitiert in seiner Kolumne Zuschriften wie: „Du hast mit ihm [dem Text] so viele Menschen so sehr gegen dich aufgebracht, dass ich davon ausgehe, dass er dein Todesurteil bedeuten könnte“, und: „… so werde ich mir erlauben im Falle einer Schädigung meiner Familie durch eine von Ihnen mitzuverantwortende Zwangsimpfung Sie ganz persönlich auf alttestamentarischem Weg zur Rechenschaft zu ziehen.“

Stöcker schreibt, diese Emails seien „ganz sicher nicht repräsentativ für alle Ungeimpften in diesem Land“ und er habe von Ungeimpften auch „höfliche Zuschriften“ erhalten. Impfkritiker haben laut Stöcker „den Boden gemeinsamer Werte aber längst verlassen“ und es sei keine Lösung, wenn man ihnen möglicht weit entgegenkomme. Seine Meinung: „Vergesst den ‚Zusammenhalt'“.


Quellen:

Reitschuster-Posting

Spiegel-Kolumne


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