Wahrsager und Kartenleger irrten auch 2021 mit ihren Vorhersagen.

Wahrsager irrten auch 2021 mit Vorhersagen

Image by Manfred Antranias Zimmer from Pixabay

Roßdorf – „Die Zombie-Apokalypse blieb aus“ – so betitelt die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP) ihren neuen Bericht zum Prognosencheck 2021. Der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel beobachtete über das ganze Jahr die Aussagen von Wahrsagern, Kartenlegern, Astrologen und Esoterikern. In seiner aktuellen Auswertung kommt er wie in den letzten Jahren zu dem Schluss: Auch für das Jahr 2021 irrten die vermeintlichen Zukunftsseher mit ihren Vorhersagen. Im Gegenteil: „Spektakuläre Prognosetreffer waren auch 2021 nicht zu erkennen.“ Auch habe zuvor kein esoterischer Seher für 2020 die Coronakrise vorausgesagt. Kunkel im Bericht für 2020: „Corona stand nicht in den Sternen.“

Der Mathematiker nimmt für seine Auswertung die Prognosen möglichst wörtlich und beurteilt zusätzlich, wie wahrscheinlich eine Vorhersage eintreffen kann. Die Vorhersage „Das Königskind wird ein Mädchen“ sei demnach „nicht sehr bemerkenswert gewesen“, da bei zwei Geschlechtern Junge und Mädchen die Wahrscheinlichkeit bei jeweils 50 Prozent liegt. Das besagte Kind wurde im Übrigen ein Junge.

Vorhersagen der Wahrsager meist sehr allgemein und nicht prüfbar

Laut GWUP sind die allermeisten Vorhersagen sehr allgemein formuliert, dass man ein Eintreten kaum überprüfen kann. Bei sehr allgemeinen Aussagen wie „es kommt zu Krisen“, „heftige Debatten und Diskussionen“ seien zu erwarten oder man müsse „möglicherweise mit verbalen Entgleisungen, Beleidigungen und Bedrohungen“ rechnen, könnten nachher alle möglichen Ereignisse als Treffer angesehen werden. Klar und eindeutig formulierte Aussagen finde man sehr selten in der Zunft der Hellseher, Wahrsager und Astrologen. Kunkel: „Mit genauen Prognosen kann man falsch liegen, solange man sich nur rein astrologisch äußert, kann man sich zumindest nicht blamieren.“

Einige zutreffende Voraussagen zu Lockdowns und Reisebeschränkungen wertet die GWUP als wenig aussagekräftig. Die Einschränkungen habe es bereits 2020 schon gegeben, so dass man abschätzen könnte, dass sie auch 2021 fortgeführt würden.

Auch „Querdenker“ machten sich lächerlich

Auch die sogenannten „Querdenker“ irrten in ihren Voraussagen: Weder wurde das Internet abgeschaltet, noch in Deutschland die Stromversorgung gesperrt, noch starben bis September alle Geimpften. GWUP: „Mit solchen Prophezeiungen machten sich die Protagonisten eher lächerlich.“ Die Suche nach Prognosen geht auch 2022 weiter. Mehr Informationen finden Sie auf Kunkels Webseite.

GWUP ist ein gemeinnützig anerkannter Verein mit Sitz in Roßdorf bei Darmstadt mit dem Ziel, parawissenschaftliche Aussagen sorgfältig zu untersuchen und sich für Aufklärung und kritisches Denken einzusetzen. In dem Verein wirken nach eigenen Angaben über 2000 Wissenschaftler für die Vereinsziele mit. Die Gesellschaft gibt vierteljährlich die Zeitschrift „Skeptiker“ heraus.


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