Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Bündnis 90/ Grünen.

Palmer: Impfpflicht beendet gesellschaftliche Spaltung

Foto: Reinhard Kraasch, Lizenz: CC-BY-SA 4.0 DERK 1912 P1790857 Boris PalmerCC BY-SA 4.0

Tübingen – Eine allgemeine Corona-Impfpflicht würde die gesellschaftliche Spaltung überwinden, sagt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer im Interview mit der Tageszeitung „WELT“. Die Spaltung „könne nur schlimmer werden mit Maßnahmen, die Ungeimpfte besonders treffen“. Die politischen Maßnahmen träfen Ungeimpfte viel härter und die Spaltung sei viel größer, als wenn jetzt alle geimpft würden und die Trennung in geimpft und ungeimpft aufhöre. „Wer die Spaltung beenden will, der soll jetzt endlich dafür sorgen, dass alle sich impfen lassen, die es können.“ Wer die Impfung hinter sich habe, stelle fest, es habe nicht geschadet, aber die Maßnahmen könnten weg. Palmer: „Er wird es dann wenigstens nachträglich einsehen, dass es so in Ordnung gewesen ist. Deswegen bin ich für diese Impfpflicht.“

Impfpflicht für über 60-Jährige ab sofort

Eine Pflichtimpfung solle sofort umgesetzt werden und nicht erst im März, wenn das Virus womöglich wieder stark auf dem Rückzug ist und eine verpflichtende Immunisierung durch Spritze unter diesen Bedingungen nicht mehr verhältnismäßig sei.

Eine Impfpflicht für die Risikogruppe aller Menschen über 60 Jahre solle sofort eingeführt werden. „Das hielte ich für richtig und angemessen. Diese Menschen profitieren viel mehr von der Impfung als die jungen.“ Über eine Impfpflicht für Jüngere sagte er im Interview nichts.

Verschwörungstheoretikern kann man nicht entgegenkommen

Impfskeptiker finde er nicht schlimm. Aber Impfunwilligen mit Verschwörungsvorstellungen einer insgeheimen Regierungsübernahme bestreiten laut dem Grünen-Politiker die Wirklichkeit und bastelten sich eine eigene Welt. „Den Leuten kann man, meine ich, nicht entgegenkommen. Wer sich so weit von der Wirklichkeit entfernt hat, muss eben mit staatlichen Maßnahmen rechnen.“ Palmer spricht hier nicht von Zwangsimpfung, sondern von Bußgeldern, Qurantäne und möglichem Verlust des Arbeitsplatzes. „Das werden so wenige sein, die so stur sind, dass sie solche Konsequenzen hinnehmen. Und mit diesen wenigen kommt die Gesellschaft auch zurecht.“


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